babapapa03

enkel dich fit

Buntes Haus
Das „Bunte Haus“
 
Im Bunten Haus in Steglitz leben seit Frühjahr 1996 elf Frauen in einem Wohnprojekt, eingebunden in einer Hausgemeinschaft von etwa 100 Menschen. Die Gruppe „gemeinschaftliches Wohnen und Altwerden“  (GWA) besteht seit 1991. Die Hausgemeinschaft besteht neben dem Frauenwohnprojekt (12 Wohnungen) aus einer betreuten Kinder-WG, zwei  Studenten-WGs, zwei betreuten Psycho-sozialen Wohngemeinschaften und Wohnungen für Familien, Alleinerziehende mit Kindern und Paare. Eine Kindertagesstätte und eine Diakonie sind im Haus untergebracht.

Die Frauen leben hauptsächlich in Ein-Zimmer-Wohnungen mit eigenem Bad und Küche. Ein breiter Gemeinschaftsflur ist den Wohnungen vorgelagert. Die Wohnungen sind nicht alters- und behinderten- gerecht. Die Frauen entscheiden, wer in ihre Gemeinschaft einzieht, müssen dann aber auch für einen evtl. Leerstand aufkommen.

In bezug auf das gemeinschaftliche Leben ist unser Eindruck, dass die Wohngemeinschaften funktionieren, die Hausgemeinschaft eher nicht. Gründe dafür sind die fehlende gemeinschaftliche Planung innerhalb des ganzen Hauses (nur bei der GWA) und das fehlende Engagement einzelner Bewohner, die zum Teil auch nicht wussten, dass das Haus ein soziales Projekt ist. Es gibt keine sinnvollen Gemeinschaftsflächen für die Hausgemeinschaft, da sich der Gemeinschaftsraum im Keller befindet. Der Garten ist ein beliebter Treffpunkt, aber hier gibt es Engpässe, da feste Spielzeiten für die Kindertagesstätte eingerichtet wurden und in dieser Zeit die Fläche von den Bewohnern nicht genutzt werden kann.

Problematisch und unverständlich für ein solches Gemeinschaftsprojekt ist, dass die Kinder aus dem Haus nicht automatisch in der Kindertagesstätte untergebracht sind. Eine Mischung mit den Kindern aus dem Quartier wäre ideal. Leider gibt es auch nur eine betreute Kinderwohngruppe in dem Haus, wodurch diese einen Sonderstatus hat und eine Integration nicht wirklich stattgefunden hat.

In das Bunten Haus ist außerdem die Kinderwohngemeinschaft „Bethanien“ integriert. Zu dem Zeitpunkt, als wir die WG besucht haben, lebten dort sechs Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit einer innewohnenden Betreuerin und ihrer Tochter zusammen. Die Jungen und Mädchen sind in fünf Zimmern untergebracht, die unter der WG liegende Betreuerwohnung ist über eine Innentreppe mit der Kinder-WG verbunden. Die Kinderwohngruppe bietet Kindern ein neues Leben ausserhalb der eigenen Familie, die Rückführung zu den Eltern wird angestrebt und der Kontakt unterstützt. Die Wohngruppe soll der Familie so ähnlich wie möglich sein, ideal wäre deshalb ein Erzieherpaar. Die Betreuerin sieht sich aber als “Mutter auf Zeit”, der Kontakt zu den Kindern, die das Haus verlassen, bricht in der Regel ab. Ein Großelternteil könnte deshalb eine konstante Bezugsperson im Leben der Kinder sein. Die Kinder werden dem Träger (Paul Gerhardt Werk e.V.) vom Jugendamt übergeben und durch dieses finanziert, die Eltern halten aber das alleinige Sorgerecht.

Das Problem im Bunten Haus ist, dass der Lärm der Kinder die älteren Hausbewohner und die Nachbarn stört, die anderen Kinder aus dem Haus spielen leider nur selten mit den WG Kindern und es gibt noch immer Vorurteile gegenüber den “Heimkindern”. In einem solchen Projekt wären daher mehrere WGs sinnvoll, da sich die Kinder und Betreuer austauschen könnten und eine Isolation im Haus wegfiele.
Die gutbürgerliche Lage im Stadtteil Steglitz halten wir ebenfalls für problematisch, für das Projekt wäre eine Kiezlage besser.
 
 
Das „Bunte Haus“ Steglitz
Johanna-Stegen-Str. 8
12167 Berlin
_______________________________________________________________________________________
 
 
In der dem gleichen Träger angeschlossenen Kinderwohngemeinschaft Bethanien II in Köpenick leben zur Zeit nur drei Kinder in einem freistehenden Haus. Im Anbau gibt es Platz für zwei Jugendliche ab 16, die dort möglichst selbständig wohnen. Die Betreuerin hat zwar noch eine zusätzliche Wohnung ausserhalb des Hauses, hat aber eine sehr enge Beziehung zu “ihren” Kindern aufgebaut. Die Akzeptanz in der Nachbarschaft und der Kontakt zu den anderen Kindern und den älteren Leuten ist gut. Ein Kind aus der Nachbarschaft wohnt vorübergehend sogar in der Gemeinschaft.
 
 
Bethanien II
Ernst-Grube-Str. 60
12555 Berlin
_______________________________________________________________________________________

 

[Home] [Thema] [Diplomarbeit] [Andere Projekte] [Buntes Haus] [Offensives Altern] [Brückenschlag] [Mehr] [Über uns] [Literatur] [Links] [Gästebuch] [Impressum]